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php.ini Performance Tuning

Neben der reinen Programmierung kann vor allem die Konfiguration des Webservers und von PHP selbst eine bessere Performance bringen – vorausgesetzt man konfiguriert richtig. In diesem Beitrag möchte ich einige php.ini-Einstellungen vorstellen, die nur sehr selten nützlich sind und deshalb unnötig Speicher und Zeit schlucken.

register_globals = Off
Register_Globals ist ja glücklicherweise seit PHP 4.2.0 standardmäßig deaktiviert. Wenn diese Einstellung auf On steht, kann man auf alle superglobalen, assoziativen Arrayeinträge ($_POST, $_GET, $_REQUEST, $_SESSION, $_COOKIE, $_SERVER usw.) auch als Variable zugreifen. $_SERVER[‚PHP_SELF‘] hat dann den gleichen Inhalt wie $PHP_SELF. Und gerade das ist ein Sicherheitsrisiko, wenn Variablen nicht ordnungsgemäß initialisiert werden. Deswegen sollte dieser Parameter immer auf Off stehen. Wenn eure eigenen oder Fremdscripte danach nicht mehr funktionieren, empfiehlt es sich, sie lieber umzuschreiben als register_globals auf On zu lassen!
Und ganz nebenbei frisst es natürlich Speicher, um jetzt mal wieder in die Performance-Richtung umzulenken, denn jeder Arrayeintrag muss in eine zusätzliche Variable geladen werden.

expose_php = Off
Diese Einstellung fügt – wenn sie auf On steht – jedem HTTP-Response einen Headereintrag hinzu, dass die Seite mit PHP erstellt wurde. Das ist unnötig, denn eure User interessiert das sowieso nicht. Es interessiert aber sehr wohl Hacker, denn je mehr die über die Infrastruktur einer Seite wissen, desto einfacher wird es. Und aus Performancesicht muss der hinzugefügte Headereintrag natürlich mit zum Client übertragen werden. Also besser auf Off stellen.

register_argc_argv = Off
Diese Einstellung ist nur nützlich, wenn man PHP über die Kommandozeile aufruft und dort Parameter mitgeben möchte (wie in C sind diese dann eben in argv und die Anzahl der Parameter in argc). Wer dies nicht tut, kann register_argc_argv getrost deaktivieren, da dann weniger Speicher belegt wird.

always_populate_raw_post_data = Off
Wenn diese Einstellung aktiviert ist, dann wird $HTTP_RAW_POST_DATA gefüllt. Ich habe das bisher nie benötigt. Man sollte aber mal bei den eigesetzten Fremdscripten schauen, ob die diese Variable einsetzen. WordPress tut dies beispielsweise, ist aber so schlau (weil es ja auf möglichst vielen Serverkonfigurationen laufen soll), sich nicht darauf zu verlassen, denn wenn always_populate_raw_post_data auf Off steht, kann man trotzdem den Input-Stream abfragen und hat dann die gleichen Daten:

if(!isset($HTTP_RAW_POST_DATA)) {   $HTTP_RAW_POST_DATA = file_get_contents( 'php://input' ); }

Es sei hier kurz erwähnt, wie einfach uns PHP die Arbeit mit Streams macht, denn da kann man die einfach wie Dateien behandeln – toll, wenn man das mal mit Java vergleicht…
In Konsequenz kann always_populate_raw_post_data immer deaktiviert werden und lieber obiges Snippet mit eingebaut werden. Denn sonst zieht man mal den Server um o.Ä. und plötzlich geht nix mehr. Ist also auch eine zusätzliche Sicherheit.

Bitte stellt diese Einstellungen aber nicht einfach um und gut ist, sondern testet nach dem Umstellen euer Projekt und aktiviert am besten auch das PHP Error-Log und stellt Error-Reporting auf E_ALL, damit ihr seht, ob irgendwas schief läuft. Optimal wäre dafür natürlich ein eigener Entwicklungsserver – jedenfalls ist es nicht empfehlenswert, ohne Test die Einstellungen zu ändern.
Wenn noch jemand andere Kniffe in der php.ini (hinsichtlich Performance oder sicherheit) kennt, würde ich mich über Kommentare freuen.